Kausalität 2026

Erzählung · Kein Unterschied im Ergebnis

Die Weiche

Die Weiche entscheidet, auf welchem Gleis der Zug fährt, aber nicht, ob er ankommt. Die minimale Theorie der Ankunft enthält sie nicht.

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  1. 1Zwei Gleise, ein Ziel
  2. 2Die Theorie der Ankunft
  3. 3Diese Fahrt

Kapitel 1

Zwei Gleise, ein Ziel

Ein Zug nähert sich einer Weiche. Steht sie auf rechts, fährt er auf dem rechten Gleis weiter, sonst auf dem linken. Beide Gleise führen zum selben Bahnhof.

A der Zug nähert sich · B der Zug ist an der Weiche · F die Weiche steht auf rechts · C der Zug fährt auf dem rechten Gleis · D auf dem linken · E der Zug kommt an.

A ⇒ B  ·  B * F ⇒ C  ·  B * ¬F ⇒ D  ·  C + D ⇒ EA ist kausal relevant für B; (B und F) sind kausal relevant für C; (B und nicht F) sind kausal relevant für D; C oder D sind kausal relevant für E.

Die Weiche ist kausal relevant dafür, welches Gleis der Zug nimmt: Sie ist Teil des Clusters für das rechte Gleis, ihr Fehlen Teil des Clusters für das linke. In der Literatur zum Verursachen im Einzelfall ist das Beispiel ein Prüfstein (Baumgartner 2013) (Bd. III, Abschn. 6).

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Kapitel 2

Die Theorie der Ankunft

Kommt der Zug an? Drückt man die Ankunft durch die Faktoren vor der Weiche aus, so reicht zweierlei hin: der Zug an der Weiche bei Stellung rechts, oder der Zug an der Weiche bei Stellung nicht rechts.

Keine der beiden Bedingungen ist minimal hinreichend. Der Zug an der Weiche reicht allein hin, denn die Weiche steht entweder auf rechts oder nicht, und beide Gleise führen zum Ziel. In beiden Bedingungen ist das Glied der Weiche überflüssig; die minimale Hinreichendheit streicht es.

Übrig bleibt B ⇒ E. Die Weiche kommt in der minimalen Theorie der Ankunft nicht vor. Sie ist nicht kausal relevant dafür, dass der Zug ankommt.

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Kapitel 3

Diese Fahrt

Heute steht die Weiche auf rechts. Der aktive Cluster führt vom sich nähernden Zug über die Weiche und das rechte Gleis zur Ankunft; die gefüllten Spitzen zeigen ihn. Das linke Gleis bleibt leer.

Die Weiche liegt auf diesem aktiven Cluster, und doch hat sie für die Ankunft keinen Unterschied gemacht: Hätte sie auf links gestanden, wäre der Zug ebenso angekommen. Die Regularitätstheorie gibt dieser Intuition recht, ohne sie kontrafaktisch zu begründen, weil ihr Urteil über den Einzelfall an die minimale Theorie gebunden bleibt: Wer in der Theorie der Ankunft nicht vorkommt, ist auch in diesem Fall keine Ursache der Ankunft.

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